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Geld für Internet ist da

(Thueringer-Allgemeine.de vom 20.07.2011)

Sondershausen/Artern. Eigentlich könnte sich Holger Häßler freuen. Ein Fördermittelbescheid für Gorsleben flatterte Ende Juni ins Haus. Damit könnte die Gemeinde nun endlich mit schnellem Internet versorgt werden.Doch die Sorgenfalten auf der Stirn des Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft "An der Schmücke" sind noch nicht verschwunden. "Der Bescheid kam genau einen Monat zu spät", sagt er. Denn Ende Mai lief der Kooperationsvertrag mit der Telekom aus. Sie war der einzige Anbieter, der Glasfaserkabel in die bereits vorhandenen Leerrohre unter der Erde verlegen wollte. "Wir haben nun beim Unternehmen nachgefragt, ob das Angebot auch jetzt noch umgesetzt werden kann. Mit einer Antwort können wir aber frühestens Ende Juli, Anfang August rechnen", sagt Heinrich Liebe, Sachgebietsleiter Bauen der Verwaltungsgemeinschaft.

Gorsleben läuft aber die Zeit davon, denn der Fördermittelbescheid in Höhe von 72 000 Euro ist mit einer Frist gekoppelt. "Die Baumaßnahmen müssen bis Mitte November abgeschlossen sein", sagt Liebe. Nun bangt die Verwaltungsgemeinschaft, ob die Telekom die Glasfaserkabel in der Zeit noch verlegen kann. Fraglich ist zudem, ob der Vertrag noch zu den ursprünglichen Bedingungen gilt. "Das Angebot ist ein Jahr alt. Heute gibt es ja schon wieder ganz andere Technik", so Holger Häßler. "Vielleicht haben wir Glück und es wird billiger", sagt er, will daran aber nicht recht glauben. Mit dem Fördermittelbescheid erhält Gorsleben eine 90-prozentige Unterstützung. 8000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen.
Für die Umsetzung ist bereits alles geplant. "Die Mittel dafür wurden bereits im Haushalt 2010 eingestellt", sagt der Bürgermeister der Gemeinde, Dietmar Strickrodt (Linke). Vorgesehen sei zudem, dass die Tiefbauarbeiten Gorslebener Firmen übernehmen. "Zurzeit können wir nur warten und alle anderen Gemeinden drücken sich die Nasen platt", sagt der Chef der Verwaltungsgemeinschaft. Denn neben Gorsleben warten immer noch Hemleben, Etzleben, Braunsroda, Bretleben und Teile von Sachsenburg auf eine schnelle Internetverbindung. Sie können Internet derzeit nur mit einem Modem oder einem Stick und nur mit geringen Bandbreiten nutzen. "Viele fragen sich jetzt natürlich, warum bekommt Gorsleben Geld und wir nicht", sagt Häßler. Grund ist das fehlende Geld. Eigentlich war geplant, dass in diesem Jahr auch Etzleben ans schnelle Netz gehen sollte.

"Es wurden aber mehr Mittel für bestehende Projekte im Freistaat benötigt", sagte Landtagsabgeordnete Gudrun Holbe (CDU) auf Anfrage unserer Zeitung. Sie wurde im Frühjahr von der Verwaltungsgemeinschaft angesprochen und setzt sich nun für die Gemeinden und Ortsteile ein. Eigentlich sollten benachbarte Gemeinden immer zusammen erschlossen werden. "Dieses Jahr war das aber nicht möglich", so Holbe. Das Geld war einfach nicht da. Sie hoffe nun, dass Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD), der für die Breitbandinitiative zuständig ist, sein Wort hält und die Gemeinden und Ortsteile im nächsten Jahr mit DSL versorgt werden. "Auf einer Vormerkliste stehen sie bereits", so Holbe.

Stefanie Ullmann / 20.07.11 / TA
Z82B7KE280521
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