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Interview

mit Herrn Rene Wicht, seines Zeichens Werkleiter des AZV „Thüringer Pforte“ vom 10.01.2011

etzleben.de

Während der Hochwasserflut am vergangenen Wochenende ergaben sich offensichtlich Probleme durch eindringendes Wasser in das neuerrichtete Pumpwerk und die Kanalisation von Etzleben.

R. Wicht

Nein, das stimmt nicht ganz.

Die Einlaufsituation des Überlaufkanals wurde durch die Errichtung des neuen Pumpwerkes nicht verändert. Die Problematik von eindringenden Hochwasser in die Kanalisation über die "alte" Einleitstelle bestand schon vor dem Bau des Pumpwerkes. Da fungierte diese als Einleitstelle für die Kanalisation der Gemeinde Etzleben und wurde für Oberflächenwasser und das Überlaufwasser der Kleinkläranlagen genutzt.

Mit dem Bau des Pumpwerkes werden die Kleinkläranlagen ja nun überflüssig und die bereits vorhandene Einleitstelle wurde für das Pumpwerk um- bzw. weitergenutzt. Ich meine damit, dass die Einleitselle nun zum Ableiten des zuviel ankommenden Wassers, wie beispielsweise bei starkem Regen, genutzt wird.

Da die Pumpen auf eine bestimmte  Leistung ausgelegt sind, im Normalfall sind das 5 l/s, bedarf es eines durch die untere Wasserbehörde genehmigten Überlaufes, um die Pumpen bzw. auch die Kläranlage zu entlasten.    

Ich war selber dieses Wochenende in Etzleben, um die Lage vor Ort zu beurteilen und die mit der Hochwasserbekämpfung betraute Freiwillige Feuerwehr Etzleben zu beraten. Dabei habe ich festgestellt, dass über den Überlaufkanal, welcher in die Lossa mündet,  Wasser in das Pumpwerk eingedrungen war. Um das Wasser der Lossa nicht nach Oldisleben zu pumpen, wurden die Pumpe von uns abgestellt. Über den Stauraumkanal drang das Wasser der Lossa dann mit steigendem Hochwasserpegel allerdings weiter in die Kanalisation von Etzleben ein.

etzleben.de

In Ihrer Informationsveranstaltung am 15.03.2010 empfahlen Sie den Eigentümern der tiefer gelegenen Grundstücke, ein Rückschlagsventil in die Hausanschlüsse der Grundstücke zu installieren. Ist der Abschlagswasserkanal bzw. der Überlauf des Pumpwerkes mit einem solchen Schutz versehen?

R. Wicht

Nein. Meines Wissens nach ist an dem Überlauf des Pumpwerkes kein Schieber bzw. kein Rückschlagsventil eingebaut.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens zum Bau des Pumpwerkes wurde ein solcher Schutz durch die Untere Wasserbehörde aber auch nicht für erforderlich gehalten und entsprechend auch nicht gefordert, so dass ein solcher Schutz durch den AZV auch nicht eingebaut wurde

Allerdings war aber auch am „alten“ Abwasserkanal, an der "alten" Einleitstelle von Etzleben meines Erachtens  ein solcher Schutz  nicht vorhanden.

etzleben.de

Wird nach dem vergangenen Hochwasser nun ein solches Rückschlagsventil bzw. ein solcher Schutz durch den AZV eingebaut?

R. Wicht

 Zur Problemlösung kann ich mich zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht äußern, geschweige denn abschließend beurteilen. Auf alle Fälle sehe ich aber Gesprächsbedarf mit der Unteren Wasserbehörde und der Gemeinde Etzleben.

etzleben.de

Ich danke für das Gespräch.

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