![]() |
|||||||||||||||
|
Nachfolgender Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Frau G. Stang/
Etzleben im Wesentlichen der Festschrift zur 1250- Jahr- Feier von Etzleben
entnommen
Kurz-Chronik
der
Siedlung Etzleben
Folgende Jahreszahlen mit den Namen von Etzleben sind überliefert:
·
um 750 bis 779 liest man Eitesleben; Eitelsleben; Etenesleben;
·
um das Jahr 1000 liest man Edisleuve;
·
um 1186 Eddeneslieben;
·
um 1194 Ettenesleuve;
·
um 1495 Ettisleibe:
Ab 1812 wird der Ort in der heutigen Schreibweise Etzleben genannt.
Ursprünglich Reichsbesitz wurde im Jahr 1000 durch Kaiser Otto III.
der Magdeburger Kirche ein Gut in Eidesleuv als Schenkung zugesprochen.
Allerdings gerieten die Einwohner von Etzleben in den nachfolgenden
Jahrhunderten in Abhängigkeit der Grafen von Beichlingen und zum Klerus. kloster
zu Bad Frankenhausen ein Gut in Etzleben für einhundert Pfund Silber (entspricht
50 Kilogramm und ca. 23.000 Euro) von dem Kloster Veßra und vermehrte diesen
Besitz durch weitere Käufe und Schenkungen, so dass der Besitz des Kloster
letztlich auf 24 Huf (historisches regional verschiedenes Flächemaß,
meistens zwischen 15 bis 30 Hektar/ km2) Hof- und Landbesitz.
Zur Verwaltung des Besitzes und Erhebung der Abgaben durch die
frondienstpflichtigen Einwohner von Etzleben, errichtete das Kloster einen
Voigteihof . Die Voigtei wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst
1716 wieder aufgebaut. (Grundstück, Straße des Friedens 37)
Nach Auflösung des Nonnenklosters zu Bad Frankenhausen in der Reformationszeit
um 1551, wurden die Güter des Klosters den Landesherren zugeschlagen.
Nach einer alten Volkssage aber urkundlich nicht belegt, soll Etzleben
ursprünglich weiter südlich vom jetzigen Standort, im Flurstück "Lange Else" (
süd- östlich der Straße nach Büchel) gestanden haben und nach einer Feuerbrunst
durch die Einwohner aufgegeben worden sein.
Im April 1945 und am Ende von Hitlerdeutschland wird Etzleben zunächst von den
Amerikanern besetzt und im Juli 1945 in die sowjetische Besatzungszone (SBZ)
eingegliedert.
Wie in ganz Deutschland warten auch in Etzleben viele Eltern, Frauen und Kinder
auf ihre im Krieg eingezogenen Soldaten. Nach Vertreibung der Deutschen aus den
den nunmehr polnischen und tschechischen Gebiete wurden auch durch Etzleben
Aus-/ und Umsiedler aufgenommen und Nach einen ersten Zustrom am 16. Februar
1945 und einen weiteren im November 1947, erhöht sich die Einwohnerzahl auf 700
bis 750 Personen. Durch den damaligen Bürgermeister, Karl Hauboldt, wurde die
Schule als erste Notunterkunft für die erschöpften und mit Pferd und Wagen
gestrandeten Umsiedler geräumt.
Nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 und
einer Verwaltungsreform, wurde Etzleben bis dahin zum Kreis Ekardtsberga mit der
Kreisstadt Kölleda gehörend, dem Kreis Artern und dem Bezirk Halle zugeordnet.
1958 gründeten Bauern von Etzleben eine Landwirtschaftliche Genossenschaft (LPG)
des Typus I mit dem Namen "Tag des Friedens". Im April 1960 wurde eine zweite
Landwirtschaftliche Genossenschaft "Einigkeit" gegründet. 1962 schlossen sich
beide Genossenschaften zusammen und wandelte sich 1963 in eine Genossenschaft
des Typus III. 1969 vereinigte man sich mit der Gorslebener Genossenschaft und
trat mit dieser im Jahr 1971 der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP)
Oldisleben bei. Nach der Wende im Jahr 1989 entstand aus dieser Kooperative die
heutige Oldislebener Agrar GmbH.
![]()
1967
wurde die direkt am Ortsrand fließende Lossa und die ca. 1,5 km in der Gemarkung
Etzleben verlaufende Unstrut im Zuge einer groß angelegten Melioration zur
Hochwasserbekämpfung begradigt und die an der Unstrut gelegene Werthmühle von
der Unstrut getrennt. Schließlich wurde die Wertmühle 1972 aufgegeben und
zerfiel zusehends. Heute sind die Reste des Turbinenhauses und der Grundmauern
an dem landschaftlich reizvoll gelegenen Örtchen zu erkennen.
Nach der ersten tatsächlich freien Wahl in der DDR am 18. März 1990 erhielt die
Cristlich Demokratische Union (CDU) die Mehrheit der Stimmen. Zu dieser Zeit
wurde die Gemeinde des Ortes durch Herrn Bruno Völlger als Bürgermeister
geleitet, welcher erst im Januar 1990 Frau Bode als Bürgermeisterin abgelöst
hatte.
Als neuer Bürgermeister wurde Herr Manfred Windrich gewählt, welcher mit den
ebenfalls neu gewählten Gemeinderat nunmehr die Geschicke des Ortes leitete.
Mit der Währungsunion und der Einführung der Deutschen Mark (DM) im Juli 1990
erfolgte der Zusammenschluss beider deutscher Staaten. Mit der Einheit
Deutschlands am 03. Oktober 1990 trat die Gebiete der DDR der Bundesrepublik
Deutschland bei. Anlässlich dieser Ereignisse wurde in Etzleben ein Gedenkstein
gesetzt und eine Eiche gepflanzt.
Mit Gründung der neuen Bundesländer nach der Einheit Deutschlands erfolgte die
Auflösung der ehemaligen Bezirke, wobei der Bezirk Halle in dem Bundesland
Sachen- Anhalt aufging. Mit Bürgerentscheid stimmten die Einwohner des Kreises
Artern und damit auch die Etzlebener Bürger für eine Zuordnung an
den Freistaat Thüringen. Etzleben hatte zu diesem Zeitpunkt 383 Einwohner.
Bereits
im Dezember 1990 beginnen in Etzleben die bis dahin größten und umfangreichsten
Baumaßnahmen. Etzleben als typisches Brunnendorf wurde nicht nur an eine
zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen und mit Abwasserkanälen
versehen, sondern auch mit einer neuen Straßenbeleuchtung und Telefonanschlüssen
versorgt. Bis auf wenige Ausnahmen wurden sämtliche Straßen und Gehwege der
Gemeinde erneuert, sowie Grünflächen angelegt. Die durch den Ort führende
Bundesstraße B85 wird im Rahmen dieser Baumaßnahmen grundhaft saniert und die
Bushaltestellen mit zwei neuen Wartehäuschen versehen.
Parallel zur Bundesstraße verlaufende Abwasser- und Straßengräben wurden
verfüllt und auf ihnen ein Rad- und Gehweg errichtet. Die letztmalig im Winter
1948/49 instandgesetzte alte Lossabrücke wurde im Zuge der Baumaßnahmen mit einem
neuen Bohlenbelag versehen.
1992 wird Etzleben Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft "An der Schmücke" und
des Abwasserzeckverbandes "Thüringer Pforte". Mit der Verwaltungsreform im Jahr
1994 verliert Etzleben seinen bis dahin hauptamtlich tätigen Bürgermeister und
die eigene Gemeindeverwaltung. Das Amt des Bürgermeisters wird fortan
nebenamtlich geführt.
Im Jahr 2000 feiert Etzleben mit einer Festwoche vom 24. Juni bis 2 Juli und
einem historischen Festumzug sein 1250 - jähriges Bestehen.
|
||||||||||||||
|
|
|
||||||||||||||