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Nachfolgender Text wurde mit freundlicher Genehmigung von Frau G. Stang/ Etzleben im Wesentlichen der Festschrift zur 1250- Jahr- Feier von Etzleben entnommen

 

Kurz-Chronik

der

Siedlung Etzleben


Erste Besiedelungsspuren

aus der Bronzezeit wurden während des Baus der Eisenbahnstrecke Sangerhausen - Erfurt am Himmelsberg aufgefunden und archäologisch gesichert. Dabei handelte es sich um Flachgräber mit kleineren bronzenen Beigaben. Die Fundstücke werden im Museum Halle aufbewahrt.


Erstmalig wird Etzleben in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt, die in die Zeit des Jahres 750 zu setzen ist. Nach dieser Urkunde schenkten zwei Männer (Brunicho und Heriwart) ihre Güter in Eiteslebe bzw. Etensesleben dem Kloster. In späteren Urkunden der Jahres 1186 und 1194 wird das Dorf Eddenseslieben und Ettenesleuve genannt.

Bis 1000 bestand Etzleben oder Eiteslebe warscheinlich aus einem kleinen Kerndorf mit einer zunächst aus Holz erbauten Kirche als Schutzwarte und mit im Umkreis verstreuten Gehöftgruppen, die später nach und nach aufgegeben wurden. An diese Dorfsturktur erinnern heute noch alte Flurnamen, wie  "Die Stätte" südlich von Etzleben.

Folgende Jahreszahlen mit den Namen von Etzleben sind überliefert:

·         um 750 bis 779 liest man Eitesleben; Eitelsleben; Etenesleben;

·         um das Jahr 1000 liest man Edisleuve; 

·         um 1186 Eddeneslieben;

·         um 1194 Ettenesleuve;

·         um 1495 Ettisleibe:

Ab 1812 wird der Ort in der heutigen Schreibweise Etzleben genannt.

Ursprünglich  Reichsbesitz wurde im Jahr 1000 durch Kaiser Otto III.  der Magdeburger Kirche ein Gut in Eidesleuv als Schenkung zugesprochen.

Allerdings gerieten die Einwohner von Etzleben in den nachfolgenden Jahrhunderten in Abhängigkeit der Grafen von Beichlingen und zum Klerus.

1209 erwarb das Zisterzienser Nonnenkloster zu Bad Frankenhausen ein Gut in Etzleben für einhundert Pfund Silber (entspricht 50 Kilogramm und ca. 23.000 Euro) von dem Kloster Veßra und vermehrte diesen Besitz durch weitere Käufe und Schenkungen, so dass der Besitz des Kloster letztlich auf 24 Huf  (historisches regional verschiedenes Flächemaß, meistens zwischen 15 bis 30 Hektar/ km2)  Hof- und Landbesitz. Zur Verwaltung des Besitzes und Erhebung der Abgaben durch die frondienstpflichtigen Einwohner von Etzleben, errichtete das Kloster einen Voigteihof . Die Voigtei wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und erst 1716 wieder aufgebaut. (Grundstück, Straße des Friedens 37)

Nach Auflösung des Nonnenklosters zu Bad Frankenhausen in der Reformationszeit um 1551, wurden die Güter des Klosters den Landesherren zugeschlagen.

Nach einer alten Volkssage aber urkundlich nicht belegt, soll Etzleben ursprünglich weiter südlich vom jetzigen Standort, im Flurstück "Lange Else" ( süd- östlich der Straße nach Büchel) gestanden haben und nach einer Feuerbrunst durch die Einwohner aufgegeben worden sein.

Mit der ersten Fahrt der Eisenbahn im Jahr 1881 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz der Strecke Sangerhausen - Erfurt, wobei Etzleben nur bedingt  hiervon profitieren konnte. Bei den Arbeiten am Durchbruch der Eisenbahnstrecke durch den Himmelsberg, wurden Gräber aus der Bronzezeit aufgefunden und archäologisch gesichert.

Im April 1945 und am Ende von Hitlerdeutschland wird Etzleben zunächst von den Amerikanern besetzt und im Juli 1945 in die sowjetische Besatzungszone (SBZ) eingegliedert.

Aus der Zeit unmittelbar vor der Einnahme des Ortes durch die amerikanischen Kampfverbände wurde überliefert, dass in Etzleben durch Soldaten und junge Offiziersschüler der deutschen Wehrmacht noch Panzersperren errichtet wurden. Um eine bessere Sicht auf die anrückenden Amerikaner zu haben, wird der Kirchturm des Ortes durch einige Wehrmachtssoldaten erklommen. Hier entdecken sie zwei Etzlebener Männer, welche sich gerade anschicken, zur Abwendung von weiteren Schäden von der Gemeinde, eine weiße Fahne  zu hissen. Durch die Wehrmachtsoldaten werden die beiden Männer, Fritz Grimmmer geführt und sollen hier standrechtlich erschossen werden. Nur dem Eingreifen der couragierten Schwester des Fritz Grimmer und deren Tochter, ist es zu verdanken, dass einer der anwesenden Wehrmachtsoffiziere von der Erschießung letzlich absieht und lediglich die mitgebrachte weiße Fahne den Männern mit den Worten " Sie mögen sie verbrennen!" vor die Füße schleudert.

Wie in ganz Deutschland warten auch in Etzleben viele Eltern, Frauen und Kinder auf ihre im Krieg eingezogenen Soldaten. Nach Vertreibung der Deutschen aus den den nunmehr polnischen und tschechischen Gebiete wurden auch durch Etzleben Aus-/ und Umsiedler aufgenommen und Nach einen ersten Zustrom am 16. Februar 1945 und einen weiteren im November 1947, erhöht sich die Einwohnerzahl auf 700 bis 750 Personen. Durch den damaligen Bürgermeister, Karl Hauboldt, wurde die Schule als erste Notunterkunft für die erschöpften und mit Pferd und Wagen gestrandeten Umsiedler geräumt.

Nach Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) am 7. Oktober 1949 und einer Verwaltungsreform, wurde Etzleben bis dahin zum Kreis Ekardtsberga mit der Kreisstadt Kölleda gehörend, dem Kreis Artern und dem Bezirk Halle zugeordnet.

1958 gründeten Bauern von Etzleben eine Landwirtschaftliche Genossenschaft (LPG) des Typus I mit dem Namen "Tag des Friedens". Im April 1960 wurde eine zweite Landwirtschaftliche Genossenschaft "Einigkeit" gegründet. 1962 schlossen sich beide Genossenschaften zusammen und wandelte sich 1963 in eine Genossenschaft des Typus III. 1969 vereinigte man sich mit der Gorslebener Genossenschaft und trat mit dieser im Jahr 1971 der Kooperativen Abteilung Pflanzenproduktion (KAP) Oldisleben bei. Nach der Wende im Jahr 1989 entstand aus dieser Kooperative die heutige Oldislebener Agrar GmbH.

1967 wurde die direkt am Ortsrand fließende Lossa und die ca. 1,5 km in der Gemarkung Etzleben verlaufende Unstrut im Zuge einer groß angelegten Melioration zur Hochwasserbekämpfung begradigt und die an der Unstrut gelegene Werthmühle von der Unstrut getrennt. Schließlich wurde die Wertmühle  1972 aufgegeben und zerfiel zusehends. Heute sind die Reste des Turbinenhauses und der Grundmauern an dem landschaftlich reizvoll gelegenen Örtchen zu erkennen.

Nach der ersten tatsächlich freien Wahl in der DDR am 18. März 1990 erhielt die Cristlich Demokratische Union (CDU) die Mehrheit der Stimmen. Zu dieser Zeit wurde die Gemeinde des Ortes durch Herrn Bruno Völlger als Bürgermeister geleitet, welcher erst im Januar 1990 Frau Bode als Bürgermeisterin abgelöst hatte.

Als neuer Bürgermeister wurde Herr Manfred Windrich gewählt, welcher mit den ebenfalls neu gewählten Gemeinderat nunmehr die Geschicke des Ortes leitete.

Mit der Währungsunion und der Einführung der Deutschen Mark (DM) im Juli 1990 erfolgte der Zusammenschluss beider deutscher Staaten. Mit der Einheit Deutschlands am 03. Oktober 1990 trat die Gebiete der DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Anlässlich dieser Ereignisse wurde in Etzleben ein Gedenkstein gesetzt und eine Eiche gepflanzt.

Mit Gründung der neuen Bundesländer nach der Einheit Deutschlands erfolgte die Auflösung der ehemaligen Bezirke, wobei der Bezirk Halle in dem Bundesland Sachen- Anhalt aufging. Mit Bürgerentscheid stimmten die Einwohner des Kreises Artern und damit auch die Etzlebener  Bürger für eine Zuordnung  an den Freistaat Thüringen. Etzleben hatte zu diesem Zeitpunkt 383 Einwohner.

Bereits im Dezember 1990 beginnen in Etzleben die bis dahin größten und umfangreichsten Baumaßnahmen. Etzleben als typisches Brunnendorf wurde nicht nur an eine zentrale Trinkwasserversorgung angeschlossen und mit Abwasserkanälen versehen, sondern auch mit einer neuen Straßenbeleuchtung und Telefonanschlüssen versorgt. Bis auf wenige Ausnahmen wurden sämtliche Straßen und Gehwege der Gemeinde erneuert, sowie Grünflächen angelegt. Die durch den Ort führende Bundesstraße B85 wird im Rahmen dieser Baumaßnahmen grundhaft saniert und die Bushaltestellen mit zwei neuen Wartehäuschen versehen.

Parallel zur Bundesstraße verlaufende Abwasser- und Straßengräben wurden verfüllt und auf ihnen ein Rad- und Gehweg errichtet. Die letztmalig im Winter 1948/49 instandgesetzte alte Lossabrücke wurde im Zuge der Baumaßnahmen mit einem neuen Bohlenbelag versehen.

1992 wird Etzleben Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft "An der Schmücke" und des Abwasserzeckverbandes "Thüringer Pforte". Mit der Verwaltungsreform im Jahr 1994 verliert Etzleben seinen bis dahin hauptamtlich tätigen Bürgermeister und die eigene Gemeindeverwaltung. Das Amt des Bürgermeisters wird fortan nebenamtlich geführt.

Im Jahr 2000 feiert Etzleben mit einer Festwoche vom 24. Juni bis 2 Juli und einem historischen Festumzug sein 1250 - jähriges Bestehen.

Im Jahr 2011 wird die Gemeinde zum einen an die zentrale Abwasserentsorgung angeschlossen . Anfallende Abwässer werden fortan über eine an der Lossa entlangführende Abwasserdruckleitung bis zur Großkläranlage Linsenstein in der Gemarkung Oldisleben geführt. Zum anderen wird nach 1 1/2- jähriger Bauzeit und unzähligen Arbeitsstunde der Kameraden, das neue Domizil der Freiwilligen Feuerwehr im Kiebitzweg eingeweiht

 

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